April 09, 2013
Popkultur

Jožin z Bažin ist ein bekanntes Lied der tschechoslowakischen Banjo Band um Ivan Mládek aus dem Jahr 1977. Es schildert die Geschichte des Sumpfmonsters Jožin, das hauptsächlich PragerInnen frisst. Ein dem Inhalt entsprechendes absurdes Musikvideo belegt einerseits Jožins Erfolg in der damaligen Tschechoslowakei, andererseits hat es den zweiten Frühling dieses musikalischen Kleinods ermöglicht. Über YouTube gelangte Jožin 2008 nämlich zunächst nach Polen, dann nach Russland, Serbien, Lettland, Deutschland, England, etc. Sehr schön lässt sich hier also der Sprung von Popkultur 1.0 auf Popkultur 2.0 nachzeichnen..

Der geplante Beitrages widmet sich vorwiegend der Popkultur im slawischen Internet. Es soll versucht werden, die Prozesse zu skizzieren, die die beinahe weltweite Verbreitung eines tschechoslowakischen Musikvideos aus den späten Siebzigern im 21. Jahrhundert ermöglicht haben. Speziell eingegangen wird auf kreative Interaktionen mit dem Original, die zahlreiche Parodien und Neuinterpretationen hervorgebracht haben. Dabei soll Richard Dawkins Idee des Mems den entsprechenden theoretischen Hintergrund bilden, ergänzt um Henrike Schmidts Arbeiten zur Internet-Folklore in Russland. Zu klären wird sein, welche Elemente des tschechoslowakischen Videos sich als Grundbausteine für ein Internet-Mem eignen, und ob sich der explizit politische Hintergrund vieler Parodien (Russland: Putin edet v Pikalevo – Putin fährt nach Pikalevo; Polen: Donald marzy – Donald [Tusk] träumt) aus diesen Bausteinen ableiten lässt.

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