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27 January 2015

Der Vortrag ist einem besonderen Aspekt (auto-)biographischen Schreibens gewidmet, nämlich der (Selbst-)Inszenierung russischer Schriftstellerinnen und Schriftsteller im Internet. Damit soll eine Lücke geschlossen werden, denn die (Auto-)Biographieforschung sieht das Netz vornehmlich als nicht eingelöstes Versprechen eines (auto-)biographischen Hypertextes, wobei sie gleichzeitig die neuen kreativen Formen übersieht, die sich im Laufe der Zeit etabliert haben. Einerseits ist das vielzitierte Web 2.0 mit seinen sozialen Netzwerken ein Medium zur Selbstdarstellung. Gleichzeitig sind Identitätswechsel und -diebstahl so einfach wie nie zuvor. Diese Dichotomie der Authentizität und Inszenierung durchdringt alle Sphären des Netzes und ist besonders im russischsprachigen Teil des Internets sehr präsent.

Anhand der russischen Netzliteratin Linor Goralik wird gezeigt, inwiefern sich (auto-)biographische Formen im Netz von ihren ‚klassischen‘ Geschwistern unterscheiden und wie diese Unterschiede die Literaturwissenschaft vor neue Herausforderungen stellen. Intermediale Genres wie etwa Webseiten und die schiere Masse an in Frage kommenden Texten verlangen völlig neue Herangehensweisen. Vor allem quantitative Ansätze der Digital Humanities haben sich in diesem Zusammenhang als sehr nützlich erwiesen. Doch nicht nur methodologisch ist ein Umdenken notwendig. Grundlegende Konzepte der (Auto-)Biographietheorie wie Philippe Lejeunes ‚pacte autobiographique‘ greifen ebenfalls zu kurz und verlangen nach einem Update, um die (Selbst-)Inszenierungen im Runet besser fassen zu können.

Die Folien sind online verfügbar:
Folien


27 January 2015

25. 2. 2015, 9:30-10:00. Vortrag „Distant Watching: Ein quantitativer Zugang zu viralen Videos“, DHd15, Sektion Kunstgeschichte I. HS 15.01, Universitätsstraße 15, 8010 Graz.


27 January 2015

30. 1. 2015, 14:00-18:00. Vortrag „Leben Weben. (Selbst-)Inszenierung russischer AutorInnen im Netz“ im Rahmen des ÖAW-StipendiatInnenwochenendes 2015. ÖAW, Dr. Ignaz Seipel-Pl. 2, 1010 Wien.


19 December 2014

Our extended conference announcement was published in Digital Icons 11 (2014), pp. 113-120.


02 July 2014

evgenij


12 June 2014

life_tweeting


06 June 2014

5. 7. 2014, 13:30-13:50. Vortrag „Von unsterblichen Versen und untoten Monstern. Puškins Evgenij Onegin als Computerspiel“. Katastrophe, Unruhe und Verheißung. Neue Populärkultur in Russland und im östlichen Europa seit 2000. Europäische Akademie Berlin.


06 June 2014

14. 6. 2014, 10:10-10:30. Vortrag „Life Tweeting: Linor Goralik Performing the Multiple Self“ auf unserer Tagung iRhetoric in Russian: Performing the Self through Mobile Technology. Uni Passau, NK 403.


26 March 2014

Das literarische SOM (LitSOM) wendet selbstorganisierende Karten (Self-Organizing Maps, SOM) und Learning Vector Quantization (LVQ) auf russische Literatur an. Das SOM wird dafür eingesetzt, um eine Karte zeitgenössischer russischer Romane zu erstellen, die es Literaturwissenschaftlerinnen und Literaturwissenschaftlern erlaubt, Beziehungen zwischen den Romanen zu untersuchen. LitSOM ist eine ‚Distant reading‘-Technik. Die Qualität der Karten wird sowohl subjektiv aus der Sicht der Literaturwissenschaft, als auch objektiv, d.h. in einem ‚klassischen‘ Problem des Textmining, nämlich der Klassifizierung von Autorinnen und Autoren, bestimmt. Um dies zu erreichen, wird der SOM-Algorithmus durch den LVQ-Algorithmus ergänzt.

Das Paper steht auf der Konferenz-Seite zur Verfügung.

Die Präsentation kann hier heruntergeladen werden:

LitSOM-Präsentation


21 March 2014

27. 3. 2014, 11:30-13:00. Vortrag „LitSOM. Kartierung russischer Gegenwartsliteratur“. Session V24, DHD14, Uni Passau, SR 029.