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Das von der österreichischen Akademie der Wissenschaften geförderte Dissertationsprojekt Web texten. Text leben. Leben weben, das am Lehrstuhl für Slavische Literaturen und Kulturen der Universität Passau durchgeführt wird. ist einem besonderen Aspekt (auto-)biographischen Schreibens gewidmet: der (Selbst-)Inszenierung von AutorInnen im russischsprachigen Internet (Runet). Damit soll eine Lücke geschlossen werden, denn die (Auto-)Biographieforschung sieht das Netz nach wie vor als nicht eingelöstes Versprechen eines (auto-)biographischen Hypertextes, wobei sie gleichzeitig de neuen kreativen Formen übersieht, die sich im Laufe der Zeit etabliert haben. Umgekehrt nimmt die gängige Forschungsliteratur zum literarischen Runet kaum Bezug auf die SchriftstellerInnenpersönlichkeiten selbst, obwohl das Internet in seiner aktuellen Gestalt des vielzitierten Web 2.0 aus sozialen Netzwerken vor allem als Medium der Selbstdarstellung zu werten ist. Gleichzeitig gaukelt das Netz aber Anonymität vor, Identitätswechsel und -diebstahl sind einfach wie nie. Diese Dichotomie der (scheinbaren) Authentizität und Inszenierung durchdringt alle Sphären des Netzes.

Die Untersuchung (auto-)biographischer Strategien im Internet setzt sich zum Ziel, die unter der Oberfläche des Web 2.0 operierenden kreativen Mechanismen der (Selbst-)Inszenierung zu identifizieren, um sie letzlich damit verstehbar zu machen. Die vorgeschlagene Konzentration auf SchriftstellerInnenbilder ist deshalb sinnvoll, weil sich das dabei zur Verfügung stehende Material durch Vielfalt, Reflexivität und Innovation auszeichnet und damit gleichzeitig eine thematische Rahmung vorgenommen werden kann.

Schlagworte: (Auto-)Biographie, Netzliteratur, KünstlerInnenbilder